kult.ur.tier.mensch

2021-09-17 14:45:21

Liebe Leserinnen und Leser!

Zur Thematik "Tier-Mensch-Beziehung" werden hier auf dem blog laufend Texte unterschiedlichsten Formats vorgestellt, auch Auszüge aus dem interdisziplinären kunst text projekt "kult.ur.tier.mensch".

Lesefreude und Inspiration
wünscht
Astrid Bayer

HERZLICH EHRLICH

2021-09-15 12:15:52

MINI-SHETLAND-PONIES -
gebt ihnen bitte ihre Würde zurück!

Es sind und bleiben Pferde und haben das Recht auf artgerechte Haltung und Umgang.

Nur weil man aufgrund ihres ruhigen Gemüts und ihrer Kleinheit nicht so viel Respekt und Angst vor ihnen hat wie vor großen Pferden, die Hemmschwelle also niedriger ist, sie scheinbar leichter zu handhaben sind, nur weil sie so plüschig sind mit ihrer Vielfarbigkeit und ihren Kulleraugen, gibt es trotzdem keinen Grund, sie als achtloses Interessens,- bzw. Unterhaltungs-Spielzeug zu verwenden.

Es sind und bleiben Pferde und haben ein Recht darauf, artgerecht in Haltung und vor allem Umgang als Solche auch behandelt zu werden. Und das hört bitte schön nicht bei Offenstall und Heu ad libidum und Vermehrungsmöglichkeit auf!

Hört jedoch bitte, bitte endlich auf, abseits der Zuchtausbeutung, Minis darüber hinaus auch noch als clowneske Dressurpferdchen-Kasperln unsachgemäß abzurichten, verabschiedet Euch von dem Missbrauch, sie für Groß und Klein als Kuschelobjekte zu benützen, zu verkaufen, zu kaufen, und lasst das Daraufsetzen und Reiten von zu schweren Kindern auf Minis endlich bleiben.

In medizinischer Versorgung betreut sie nicht wie unlebendige Kranken-Objekte, es sind empfindende, spürende, fühlende und (mit)denkende sowie soziale Wesen! Das gilt auch für die Hufbearbeitung! Über die Art und Weise der Hufbehandlung kann gesundheitlich auf den gesamten Organismus des Ponies Einfluss genommen werden, bzw. auf das Pony selbst, den Beziehungsaufbau zum Pony, zum Wohle aller Beteiligten!

Im Einsetzen von Hilfsmitteln, wenn sie schon gebraucht werden, wie z.B. Halfter, wendet diese sachgemäß an, auch Minis haben empfindsame Nasen! Auch beim Umgang mit Führseil und Führen.

Verlasst den alten ausgetretenen Pfad des (vor)vorigen Jahrhunderts, und Ihr werdet staunen! Und ich bin auch noch immer erstaunt, mit wie wenig grundlegendem Pferdewissen, über Art, Herdenstruktur, soziales Verhalten untereinander, Körpersprache, Einsetzen von Hilfsmitteln, Kontaktaufnahme tagtäglich mit ihnen als Minis umgegangen und praktiziert wird.

Holt Euch Beratung, es gibt mittlerweile wirklich beherzte Menschen, denen das Leben, die Lebendigkeit und das Glücklich-Sein von Pferden wirklich (!) am Herzen liegt! Und es wird auch für Euch eine Bereicherung sein, in Eurem eigenen Leben!

Es ist an der Zeit, sich auf den Weg zu begeben, auf den Weg ins 21.Jht!

Und selbst wenn gemeint wird, dass es sich nicht geziemt, mit dem moralischen Zeigefinger daher zu kommen, so will ich es trotzdem einmal hier gesagt haben,

herzlich ehrlich.

Astrid Bayer

WENN ES DIE WAHL HAT

2021-09-15 09:57:02

Wenn es die Wahl hat, dann entscheidet sich ein Tier für Effizienz in seinem Leben, mit seinen Kräften haushaltend. Für Versorgung, die Vitalität erzeugt und nicht krank macht. Für Wohlwollen gegenüber dem Schutzbietenden, wenn es die Wahl hat.

Wenn es die Wahl hat, für Respekt und Vertrauen für sein Gegenüber, für uns. Für sein Überleben. Wenn es die Wahl hat.

Aber wenn es die Qual hat, weil jede kleinste Handlung Schmerz auslösen kann, das Tier es als gewalttätig empfindet, bereits dort wo unser Tun noch lange nicht von uns selbst als gewalttätig empfunden wird, es dann aber die Wahl hat, dann kann es fliehen, statt den Schmerz solange zu ertragen bis es aufgibt und still erduldet und damit gefügig geworden ist. Wenn es die Wahl hat. Jenseits der quälerischen Qual.

kult.ur.tier.mensch

2021-08-26 11:03:33

ZUORDNEN EINORDNEN UNTERORDNEN

Die männlichen und die weiblichen Tiere wurden einander zugeordnet. Die Nachkommen, die tollen, die man behält, wurden eingeordnet. Die Tiere, die anderen, die man verkaufte, haben sich den neuen Besitzern inzwischen untergeordnet?

Die Tiere, die schönen, die man kaufen möchte, sind den Zuchtzielen zugeordnet. Die Jungtiere, die sehnlichst erwarteten, die neu angekommen sind, haben sich inzwischen eingeordnet? Die Weiblichen, die müden, haben sich zur neuerlichen Bedeckung dem VermehrerInnen-Willen untergeordnet.

Die Männlichen, die ausgebrannten, werden der Aussonderung zugeordnet. Die Tiere, die jungen, die komplizierten, werden als untauglich eingeordnet? Die Jungen, die nicht perfekten, werden unter Lobpreisungen der Kategorie „für LiebhaberInnen“ untergeordnet?

Die Jungen, die nicht perfekten, die nicht verkauften, werden unter Lobpreisungen in die Kategorie „für ZüchterInnen“ zugeordnet? Die weiblichen Tiere, die weniger fruchtbaren, haben sich medizinisch in die Zuchtziele einzuordnen oder werden gutgläubigen Nach-Besitzern untergeordnet?

Die wertvollen Tiere, die reisetraurigen, werden dem Transporter wieder einmal zugeordnet. Diese Besonderen werden für tagelange Aufenthalte in Reise - Boxen eingeordnet. Diese Preisgekrönten haben sich den Regeln der Transportfirmen unterzuordnen.

Diese Tiere, die gerade ankamen aber, diese Tiere leider, leider nicht den Erwartungen entsprechend, werden von enttäuschten NeubesitzerInnen bald anderen zukünftigen Besitzern zugeordnet. Sind jetzt alle Tiere in die stets wechselnden BesitzerInnen,- und Haltungs, – Gepflogenheiten eingeordnet und untergeordnet?

Und wenn nicht?

Die Tiere, mit denen man nicht zurande kommt, werden dem Schlachter zugeordnet?
Die Tiere, die nicht gebraucht werden, werden für den Schlachter eingeordnet?
Die Tiere, die keiner mehr will, werden dem Schlachter untergeordnet?

Spielregeln kollektiver kultur-gesellschaftlicher Unterordnung?

zuordnen einordnen unterordnen
KULT.UR.TIER.MENSCH

interdisziplinäres kunst text projekt
im zeichen von versöhnung und frieden
in tier.mensch.beziehung

work in progress
part two
heart4art

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